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EM-Duathlon Kurzdistanz, Budapest

Duathlon Europameister!!!!!!!!
 
Ganz ehrlich gesagt reiste ich mit wenig Ambitionen nach Budapest, obwohl ich wusste, dass ich im Moment gut in Form bin...
Die Vergangenheit zeigte mir aber, dass es sehr schwierig ist auf so einem Parcour eine gute Position zu erreichen, da man bei einem Rennen, bei dem Drafting erlaubt ist, nur sehr schnell laufen muss. Das Radfahren hat normalerweise auf einem flachen Parcour einen sehr untergeordneten Stellenwert.


 
Aber nun der Reihe nach:
Zusammen mit Stefan Wenk und einigen Age Group Athleten, reisten wir am Mittwoch Abend mit Autos und Nachtzug in die ungarische Hauptstadt Budapest. Nach einer langen Reise kamen wir dann am Donnerstag um die Mittagszeit bei unserem Hotel an und wir gingen nach Verpflegung und einräumen schon mal auf Streckenbesichtigung.
Der Wettkampfplatz war auf einer Halbinsel in der Donau sehr schön gelegen. Der Laufparcour war auch sehr schön und führte auch mal über Wiesen- und Kieswege. Dabei mussten im ersten Lauf vier Runden absolviert werden mit zum Teil recht scharfen Kehren. Die Radstrecke war weniger prickelnd und es mussten acht Runden auf recht schlechten Strassen gefahren werden.
Die weiteren Wettkampfvorbereitungen verliefen problemlos und wir sehnten den Wettkampf herbei.


 
Am Samstag um 16.00 Uhr, bei schönem und heissem Wetter, erfolgte der Startschuss zum EM Eliterennen der Männer.
Gleich zu Beginn wurde ein hohes Tempo angeschlagen und ich konnte mich irgendwo im hinteren Teil der Spitzengruppe festbeissen. Die ersten fünf Kilometer fühlte ich mich sensationell und es fiel immer mal wieder einer aus unserer Gruppe zurück. Schon sehr früh setzte sich der Russe Sergej Yakovlev mit dem Belgier Jürgen Derrere leicht ab. Zum Schluss des ersten Laufes hatte ich dann auch Mühe und ich konnte die erste grosse Gruppe auch nicht mehr halten.
Zusammen mit Stefan Wenk und dem Spanier Javier Garcia konnten wir aber mit wenig Rückstand aufs Rad wechseln.
Hier gelang uns bereits nach ca. drei Kilometern der Anschluss zur Spitzengruppe.
Schon Tage vor dem Rennen hatte ich mir eine Taktik für meinen perfekten Wettkampf ausgedacht und ich setzte diesen Plan konsequent um.
Die erste Phase des Rennens war geprägt von sehr vielen Attacken und erfolglosen Ausreissversuchen. Dabei versuchte ich möglichst kraftsparend zu fahren und man sah mich fast nie an der Spitze des Pelotons. Erst nach ca. 25 Kilometern, als einige schon recht erschöpft waren, gab ich mir grünes Licht für einen Angriff. Als sich der Franzose Laurent Gallinier einige Meter vor dem Feld befand, nutzte ich eine Kurve für den Angriff und so konnte ich mit grossem Kraftaufwand zu Gallinier aufschliessen.
Wir spannten sofort zusammen und da das Feld noch direkt hinter uns war, holten wir alles aus unseren Beinen heraus.
Da Wenk und die weiteren Franzosen erfolgreiche Störarbeit verrichteten und sich die anderen Nationen über die Nachführarbeit nicht einig waren, gelang es uns, immer mehr Zeit herauszufahren.
Wir gaben alles was wir konnten und kamen mit über zwei Minuten Vorsprung in die Wechselzone. Im Kopf gab ich mich zu diesem Zeitpunkt schon fast mit dem zweiten Rang zufrieden, da Gallinier im ersten Lauf schon ein Stück schneller lief und auch seine Laufbestzeiten sprachen klar für ihn.
Er wechselte auch schneller und lief mit einigen Metern Vorsprung vor mir. Nach rund einem Kilometer fühlte ich mich jedoch immer besser und ich konnte langsam zu ihm aufschliessen. Da sagte ich mir, dass diese Chance vielleicht nie wieder kommen würde und mit grossem Einsatz konnte ich mich schliesslich von Gallinier lösen.
Die restlichen Kilometer waren noch sehr hart und ich spürte förmlich den Atem von Gallinier im Nacken.
Umso emotionaler war dann der Zieleinlauf, unter tosendem Publikum als Europameister ins Ziel einzulaufen.
Nur knapp dahinter kam mein Fluchtgefärte Laurent Gallinier ins Ziel. Der Russe Sergej Yakovlev sicherte sich den dritten Rang.
Im Ziel realisierte ich dann tropfenweise, was ich soeben erreicht habe und ich war überglücklich! Nach einigen Besichtigungen und Feiern in Budapest flog ich dann zwei Tage später mit Wenk wieder zurück in die Schweiz.
 
Fazit: Es gelang mir ein optimaler Wettkampf und meine Wettkampftaktik ging zu 100 Prozent auf. Natürlich gehörte bei diesem Wettkampf auch eine Portion Glück dazu. Aber nur mit Glück und einer guten Taktik wird man im Ausdauersport nicht Europameister :-).


 
Budapest (Ung). Duathlon EM.
10 km Laufen, 40 km Rad, 5 km Laufen.

Männer:
1. Andy Sutz (Sz) 1:50:48.

2. Laurent Galinier (Fr) 0:09 zurück.
3. Sergey Yakovlev (Russ) 1:15.
4. Lino Barruncho (Por) 1:24.
5. Jürgen Dereere (Bel) 1:27.
6. Damien Derobert (Fra) 1:34.
7. Benjamin Grenetier (Fra) 1:41
8. Santamaria Perez Alejandro (Esp) 2:00
9. Del Coral Morrales Victor Manuel (Esp) 2:06
10. Stephan Wenk (Sz) 2:23.

Frauen:

1. Catriona Morrison (Gb) 2:04:44.
2. Agniezka Jerzyk (Pol) 0:18 zurück.
3. Kaisa Lehtonen (Fi) 0:31.
(Keine Schweizerinnen)

   

-> Siehe auch Bericht auf der Swisstriathlon-Website