Sieg beim Powerman Germany
In Falkenstein nahe der tschechischen Grenze fand dieses Jahr zum zweiten Mal der Powerman Germany statt, welcher zugleich auch die Deutsche Meisterschaft über die Duathlon Langdistanz war.
Das Rennen führte über eine Distanz von 16 km Laufen, 64 km Radfahren und nochmals 8 km Laufen, wobei die gesamte Strecke recht coupiert war. Nach meiner Viruserkrankung war ich sehr gespannt auf das Rennen, das bei strömendem Regen und kalten Temperaturen ausgetragen wurde. Nach rund sechs Laufkilometern konnten sich der Deutsche Rockoff, der Brite Moorhouse und ich leicht absetzen und so kamen wir dann nach dem ersten Teilabschnitt auch fast zusammen in die Wechselzone. Auf dem Rad fiel Rockoff bald mal zurück und es ergab sich ein harter Zweikampf mit dem Briten Matt Moorhouse. Ich konnte mich ein paar mal leicht absetzen, Matt vermochte jedoch immer wieder zu mir aufzuschliessen und jeder versuchte ständig wieder zu attackieren, was uns später zum Verhängnis werden sollte. Als ich schon einige Minuten vorne fuhr, hörte ich auf einmal ein Schirimotorrad von hinten andüsen, welcher Matt eine rote Karte mit einer Zeitstrafe von acht Minuten gab. Ich war sehr erstaunt, da Matt den vorgeschriebenen Abstand von zehn Metern immer eingehalten hat. Als das Motorrad zu mir in Führungsposition kam und mir ebenfalls die rote Karte zeigte, verstand ich die Welt nicht mehr und glaubte zuerst gar an einen Scherz. Ich fragte den Schiri, was denn der Grund für meine Rote Karte sei, worauf er antwortete: «Verdacht auf Windschattenfahren». Dieser Verdacht bedeutete ebenfalls beim nächsten Wechsel acht Minuten abzusitzen, wobei ich mir absolut keinem Fehler bewusst war. Die letzten Radkilometer hatte ich sehr viele Gedanken (muss hier ein Deutscher gewinnen, ereignet sich hier ein weiterer Wettskandal,….?) und ich wusste nicht, was ich jetzt machen sollte. Ein paar Sekunden vor Matt kam ich schliesslich in die Wechselzone, worauf ich sogleich darauf hingewiesen wurde, dass ich in die Penalty box soll. Ich wartete jedoch, bis Matt bei mir war, der das ganze auch gar nicht verstand und da wir uns überhaupt keiner Schuld bewusst waren, entschieden wir uns weiterzulaufen und eine Disqualifikation zu riskieren. Meine Motivation war vollkommen weg und ich konnte einfach nicht begreifen, was man uns vorwarf. Erst auf den letzten Metern suchte ich die Entscheidung und lief acht Sekunden vor Matt ins Ziel, worüber ich mich aber kein Bisschen freuen konnte. Wir füllten sogleich ein Protest Formular aus, das dann schliesslich nach Befragungen von uns einzeln und diverser weiteren Leute auch akzeptiert wurde und somit wurden wir offiziell gewertet. Der Schiri auf dem Motorrad sagte dann auch, dass wir nicht Windschatten gefahren sind, sondern dass wir die Führung zu oft gewechselt hätten. Wenn zwei ähnlich starke Fahrer gegeneinander fighten ist dies jedoch kaum zu umgehen und jeder versucht mal wieder den anderen loszuwerden, wobei der Abstand immer eingehalten wurde. Da ich ein absoluter Gegner des Windschattenfahrens bin, hat mich dieser Vorwurf sehr getroffen.
Der Anlass an und für sich war sehr schön und Volker Hopfmann und sein Team haben einen herzlichen und gut organisierten Wettkampf auf die Beine gestellt. Neuer Deutscher Meister wurde Boris Stein, als starker dritter.
Rangliste: Männer
16 km Laufen – 64 km Velo – 8 km Laufen
1. Andy Sutz (SUI) 3:11:47
2. Matt Moorhouse (GBR) 3:11:55
3. Boris Stein (GER) 3:12:50
4. Karl Prungraber (AUT) 3:17:16
5. Sebastian Retzlaff (GER) 3:18:43
6. Michael Wetzel (GER) 3:20:20
7. Esben Kaczmarek (DEN) 3:20:57
8. David Vaughan (IRL) 3:21:08
9. Sebastian Kuefner (GER) 3:23:11
10. Dirk Strohtmann (GER) 3:23:37
Rangliste: Frauen
1. Ulrike Schwalbe (GER) 3:48:57
2. Jacqueline Uebelhart (SUI) 3:50:57
3. Susanne Svendsen (DEN) 3:51:51




